Gefüllte Zuccini

Als ich im Bioladen die runden Zuccinis sah, habe ich spontan meinen Kochplan umgeworfen und die kleinen, dicken Dinger eingepackt und gefüllte Zuccini gemacht.
Den Deckel abschneiden und dann mit einem Eisportionierer oder einem Melonenstecher aushöhlen. Am Boden auch noch ein Stück abschneiden, damit eine glatte Standfläche entsteht.

Ich habe die Zuccini dann in der Pfanne schon einmal ein bißchen angebraten (weiss nicht, ob man das muss, habs aber gemacht).

Gefüllt wurde die Zuccini mit folgendem:
  • ein wenig Zuccini aus der Füllung
  • 1/2 Karotte
  • eine gute Messerspitze Sambal Ölek
  • 3 Stengel glatte Petersilie
  • 2 Stengel Minze
  • 1 Tomate
  • 2 Tl Tomatenmark
  • Salz
  • Käse (Gruyzer, ich hab einen ähnlichen Käse genommen aus Österreich: Kaiser)
  • 1/2 kleiner Fenchel
  • ca. 3cm Lauch (weisses Ende)
  • 1 große Knoblauchzehe
  • etwas Ingwer
  • guter TL Kreuzkümmel
  • Reis
Arbeitsschritte:
1. Wasser zum Koichen bringen mit Gemüsebrühe und Reis hineingeben und gar kochen
2. Während der Reis kocht, folgendes Gemüse sehr klein schnippeln: etwas Zuccini aus der Füllung, 1/2 Karotte, 1/2 kleiner Fenchel, Lauch, Knoblauch, Ingwer und die geschälte Tomate (kann man mit einem guten Gemüseschäler einfach schälen)
3. Olivenöl erhitzen4. Gemüse scharf anbraten und dann Tomatenmark dazugeben, sowie Salz, Kreuzkümmel und Sambal Ölek
5. Den Reis mit etwas Restbrühe zu dem Gemüse geben.
6. Einen Schuß Weisswein dazugeben oder Zitrone
7. Abschmecken und wenn es gut ist, dann die kleingeschnittene Minze und Petersilie dazugeben, sowie den klein gewürfelten Salat

Füllung sollte kaum noch Flüssigkeit haben, wenn man sie in die Zuccini gibt. Zuccini füllen, Deckel drauf und in den Ofen bei 180 Grad für 30 Minuten.

Die Torschenke in Zons

Ich esse gerne, ist übrigens eine Falschaussage in Bezug auf meine Person.
Richtig heisst es: ich esse gerne gut!


Gut heisst für mich, dass die Produkte überwiegend aus der Region kommen, überwiegend biologisch und fair sind, die Gerichte mit dem Ambiente der Lokalität übereinstimmen und das Restaurant (oder auch Kneipe, Imbiß, Hotel ...) sauber ist und lächelnde Gastwirte mit ihrem Service meinen Besuch abrunden.
(Achtung: da ich nur Wasser trinke, kann ich NICHTS, aber auch gar nichts über Getränke sagen, egal wo ich hingehe.)

Das Maximum von 5 Sternen bekommt die Torschenke in Zons von mir mit gutem Gewissen und ich höre nun schon Leute schreien "Aber das ist doch kein Sternerestaurant." Nein, wahrlich nicht, einfach nur eine normale Lokalität mit Gastgebern, die Lust auf ihr Restaurant haben. Was besseres kann einem doch nicht passieren. (Auch eine Frittenbude kann 5 Sterne bekommen, wenn die Dinge, die für mich gutes Essen ausmachen passen.)
Auf den Tischen stehen Kräuter als Blumenschmuck. Wasser kann man in Karaffen bekommen, gerne mit Zitrone oder etwas anderem drin, wenn man möchte. Die Servicekräfte lächeln auch bei 37 Grad auf der Terrasse.

Ich bin mir sicher, dass viele Gäste gar nicht wissen, dass sie hier in einem biologischen und vollwertigen Restaurant sind. Und das finde ich auch toll. Viele Menschen hören Bio oder Vollwert und denken, dass wäre das Ende von Lust. Hier wird es keiner merken, weil die Gerichte ganz "normal" sind und in jedem anderen Lokal so auch angeboten werden: Carpacchio an Ruccola, Olivencreme, gebackener Ziegenkäse, Gemüselasagne, Flammkuchen, Rouladen, Spätzle ... kennt jeder, mag jeder, kriegt man in jedem Lokal.

Es gefällt mir, dass hier Bio und Vollwertigkeit und Nachhaltigkeit nicht "gepredigt" werden, was mir diese Szene in jungen Jahren sehr verübelt hat. Ich brauchte in meiner Vergangenheit keine neuen Gurus oder Prediger, sondern wollte gut essen. Heute kann ich das wieder und tue es mit einer solchen Freude, dass ich selber schon eine Gänsehaut bekomme beim Schreiben :-)

Preis?
Für 4 Personen mit 11 Gängen und Getränke und Trinkgeld: 150 €
Oder ihr schaut hier auf der Speisekarte.

Nach dem Essen muss der wunderbare Tag nicht zuende sein. Zons ist Autofrei (bis auf Ausnahmeregelungen) und eine wunderschöne Stadt aus dem Mittelalter. Erste Erwähnung im 7.Jhd. Durch Zons laufen gibt einem das Gefühl in einer anderen Welt zu sein und um Zons herum am Rhein gibt es wunderbare viele Wege zum Laufen in absolut flacher Umgebung. Es gibt im Süden und Norden von Zons 2 riesige Parkplätze, die schon am Ortseingang ausgeschildert sind. Diese schöne Touristadt macht Spaß und von Bonn/Siegburg aus bin ich 45 Minuten gefahren. Und das nächste Mal sitze ich an dem Tisch mit dem Sofa :-)










Ein schöner Tag im Siebengebirge


Ich bin heute so verdammt stolz auf mich und glücklich.

Ratatouille mit verschiedenen Nudeln

Ratatouille mit Conchiliogni (große Muschelnudeln)


Ratatouille mit Lasagna Doppia Riccia (Breite Nudeln mit Wellenrand)

Twitterer als Touristen in der eigenen Stadt

Heute sind wir auf den Drachenfels. Wäre das geplant gewesen, hätte ich mich NIE angemeldet. Aber die einen waren in der Stadt brunchen, die anderen brunchten im Maritim, ein kurzes Telefonat und schon trafen wir uns an der Zahnradbahn und sind auf den Drachenfels mit dem @tweetwerk , der doch aus Kiel gar keine Berge kennt :-)
Wir hatten alle Spaß und hier die schönsten Bilder der Anfahrt auf der Fähre in Königswinter, die 3 Grazien und natürlich ein Gruppenbild (ohne mich, weil ich Trottel das Foto machte :(

Gruppenfoto von links: @beverlybeuel , dann @scherzinfarkt , dann @frankwallitzek , dann die 3er Reihe von hinten nach vorne @absoluttom , @mywayhome , @emeukal und dann rechts hinten @tweetwerk und davor @medididi

Carpaccio: Apfel mit Minze-Pesto

Vor wenigen Minuten erst verspeist, sorgt dieses Rezept bei mir für eine Geschmacksexplosion der Sinne. Ich habe es aus dem Buch "Carpaccio - 77 hauchdünne Köstlichkeiten" von Gerd Käfer.
Angaben für 2 Personen:

2 Äpfel (einen festen !!!) hauchdünn aufschneiden und Zitrone drüber träufeln (damit er nicht braun wird, aber es gibt auch noch eine frische Note dazu).

Dann folgende Zutaten mit dem Mixer fein pürieren: 1/2 Bund Minze, 50g Pinienkerne, Saft von 2 kleinen Zitronen und einige Zitronenzesten, ein Schuß gutes Olivenöl, ein Hauch Salz, gestrichener Löffel brauner Zucker (mehr kann man immer noch später hinzugeben je nach Geschmack).

Abschmecken und überlegen, ob die Konsistenz schon wie ein Pesto ist oder nicht. Entsprechend entweder Öl oder Zitronensaft oder beides zugeben.

TV: die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener

Die letzten Tage habe ich gebannt die "Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener" geschaut.

Jeder der mich kennt, weiss, dass ich Gutes Essen (also: der Geschmack) alleine nicht genießen kann, sondern der Genuß bei mir erst durch 2 Dinge vervollständigt wird:
  1. Lebensmittel, die biologisch, fair und regional sind
  2. Menschen, die mit Genuß und Lust gemeinsam mit mir genießen
Und diese Sendung weckt in mir Alles, was ich benötige um am Leben und Essen Lust zu bekommen.

Sarah fährt durch die Alpen und trifft Menschen der Region und ihre traditionelle Küche mit lokalen Produkten. Um diese Küche nachzukochen, widmet sie sich ausgiebig den Lebensmitteln. Sie besucht den Müller mit dem sie das Mehl macht, geht Ziegen melken um den Ziegenkäse daraus zu gewinnen, geht auf Krebsfang in Alpenseen, besucht die schönsten Kräutergärten, pflückt Kirschen in schwindelnden Höhen, haut ihr Salz im Salzkammergut selber ab, senst Heu für die Heusuppe uvm.

Lachend und entschleunigt begegnet sie den Menschen mit denen sie die Leidenschaft am Essen, an den guten Produkten und vor allem auch der Nachhaltigkeit, damit die Täler und Berge auch noch in 7 Generationen gesund erhalten sind, verbindet.

Es macht so viel Spaß, die positive Haltung all dieser Menschen zu sehen und selber ruhig und sich die Zeit nehmend lächelnd vor dem Fernseher zu sitzen.

Danke für die Sendung die viele Sehnsüchte in mir weckt.

Dicke Bohnen Eintopf

Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben "Dicke Bohnen" in meiner Küche verwertet. Mein Vater mochte Dicke Bohnen und trotzdem gab es sie bei uns nie, weil meine Mutter (aus der Pfalz) das gar nicht kannte und ihr erster Versuch wohl so schlecht war, dass mein Vater künftig darauf verzichtete :)

Bei Essen&Trinken gab es nun zum Frühling das Thema "Dicke Bohnen" und dort habe ich das Rezept für den "Eintopf mit Schweinebauch und Dicke Bohnen" was bei mir zu einer Dicke Bohnen Suppe mit viel Einlage mutierte (ich wiege nichts ab, sondern schnippele die Zutaten gemäß meiner Lust und desalb variieren Rezepte schon mal sehr :-) und suuuuuuper schmeckte.

Von den im Bioladen gekauften Dicken Bohnen blieb nicht mehr viel übrig, nachdem ich sie ausgepuhlt hatte.

1. Dicke Bohnen schonmal 15 Minuten in Wasser kochen und währenddessen:

2. Folgende Zutaten klein schnippeln:
  • 1 kleine Möhre
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 2 dicke Scheiben Katenbauch (alternativ: Speck)
  • 1/2 kleinen Lauch
  • 2 mittlere Kartoffeln
  • ca. die gleiche Menge Knollensellerie wie Kartoffeln
  • 3/4 Chilli (1 ganze war mir zu viel :)
  • 2 Stengel Staudensellerie (mittelgroß)
3. Öl in einem Topf erhitzen und das klein geschnittene Gemüse kurz anbraten.
Dann mit ca. 800ml Gemüsebrühe auffüllen. Wer es "eintopfiger" mag nimmt weniger.

4. 1 TL Kümmel und 2 Stengel Petersilie und die Dicken Bohnen mit in den Topf geben und nun 25 Min. köcheln lassen.

5. Die Petersilienstengel rausnehmen.

6. Vom Staudensellerie die grünen Blättchen klein schneiden und in die Suppe geben.

7. Suppe abschmecken und noch Salz oder Pfeffer dazugeben.

Dicke Bohnen sollte man nach dem Kochen aus dieser weißlich-bläulichen Hülle rausquetschen. Meine Bohnen waren noch so klein und jung, dass ich mir das geschenkt habe.

Hat SENSATIONELL geschmeckt!

Meine eingedeutschte Version von Tabouleh

Tabouleh kennt ihr warscheinlich vom Türken als Massen an Bulgur oder Couscous und auf jeder 3. Gabel ist mal ein Blatt Petersilie dabei.

Tabouleh heisst aber nichts anderes, wie "Petersiliensalat", was vermuten läßt, dass das uns bekannte Verhältnis von Bulgur (oder Couscous) zu Petersilie verkehrt sein muss.

Und dann kam der Tag an dem ich Petersiliensalat essen wollte und kein Bulgur oder Couscous hatte und mein Blick auf die guten Linsen fiel.






Also hab ich das Rezept quasi etwas deutsch variiert und es geht wie folgt:

1. halbe Kaffeetasse (die großen Becher, die ihr alle im Büro habt) Linsen in kochende Brühe und ca. 15 Minuten kochen. Ich überwürze die Brühe in der ich die Linsen koche, sonst wird der Salat zu laff.

2. Linsen abkühlen lassen und den Salat NICHT weiterverarbeiten bevor die Linsen nicht kalt sind. Ich koche sie in der Regel abends und mach den Salat dann am nächsten Morgen.

3. Am nächsten Tag etwas Olivenöl dran und sehr viel Zitrone und 1 Schalotte und Pfeffer.
Jetzt wollt ihr wissen wieviel Öl und wieviel Zitrone ... tja ... macht mal 2 EL Öl und Saft von 2 Zitronen und dann probiert halt mal bzw. macht erst mal mit Schritt 4 weiter, denn der verändert den Geschmack noch mal sehr!

4. Kauft 2 Bund Petersilie (GLATTE!) und 1 Bund Minze (nein, keine Pfefferminze und keine Zitronenmelisse). Jetzt schneidet ihr Petersilie und Minze im Mengenverhältnis 3:1 (in etwa. (Also: 3 Petersilienblätter und 1 Minzeblatt)

(Jeder hat einen anderen Geschmeck! Also vielleicht auch 4:1 . Zu 2:1 würde ich nicht raten, aber irgendjemand wirds geben, dem auch das schmeckt :-)

Schneidet also mal eine ordentliche Menge und gebt nun etwas von dem Linsensalat dazu. Auf dem Foto oben seht ihr ja, dass man mehr grün sieht, als Linsen.

Und nun schmeckt noch individuell ab mit Pfeffer und Zitrone. Vor allem die Zitrone wird von den Linsen gerade so ausgesaugt, dass es gut sein kann, dass ihr noch mehr benötigt.

#ibkmf02 = Ich bekoche meine Follower 02



Impressionen

Pablo Tusset: Im Namen des Schweins


Vor ca. 24h habe ich den Krimi "Im Namen des Schweins" beendet.

Aber es ist gar kein Krimi.
Gut, Am Anfang gibt es eine Frauenleiche von 110kg, die in einem Schlachthof fachgerecht gebrüht, enthaart, ausgeweidet und dann in Einzelteile zerlegt wurde. Am Ende wird auch jemand als Mörder festgenommen, jedoch erfährt der Leser nie die Gründe für den Mord oder welche Indizien zur Überführung führten.
Wäre es ein Krimi, wäre das doof. Aber es ist ja kein Krimi.

Pablo Tusset ist für mich ein leidenschaftlicher Erzähler.

Zwischen dem Mord und der Aufklärung, liegen viele hunderte Seiten leidenschaftlicher Erzählung, die sich um 2 Personen dreht:
Kommissar Pujol, der noch im Buch in Rente geht, läßt mich oft schmunzeln, wenn er z.B. Musikkassetten kaufen möchte und erlebt, dass es das Zeitalter der CDs bereits gibt und oft lese ich mit fast zärtlichem Blick weiter, wenn der Autor den Kommissar und seine Ehefrau beschreibt, deren zärtliche Beziehung und unendliche Liebe, ihren Alltag von Fleischbällchen in Mandelsauce über Autokauf zu Baden am Strand.

Die andere Hauptfigur ist der Ziehsohn des Kommissars, ebenfalls bei der Polizei, anhand dessen Person der Autor eine moderne Dr. Jekyll und Mr. Hide Geschichte erzählt, die wunderbar erzählt ist.

Ich stelle mir den Autor vor, wie er den gazen Tag in Cafes sitzt und Menschen beobachtet, da er so wunderbar erzählt. Er beschreibt Details und arbeitet heraus wie wichtig Belanglosigkeiten für einen Menschen und auch dessen Leben sein können, dass es mich schlichtweg begeistert.

Der erste Spanier dessen Buch ich zuende gelesen habe.

Auberginenpizza

Auberginenpizza ist kein Hexenwerk, wie man an den Bildern links sieht.

1. Eine Aubergine in dicke Scheiben schneiden (nicht ganz 1cm würd ich sagen).

2. Aubergine in Pfanne mit VIEL Öl anbraten (erstes Bild oben zeigt die Aubergine nach dem Braten). Die Aubergine ist ein Eiergewächs. Isst man Eiergewächse, die nicht ganz durch sind, ist schlechte Laune am nächsten Tag vorprogrammiert. Keine Ahnung, was in den Dingern drin ist, funktioniert aber!

3. Jetzt Tomatenmark (oder wenn man noch selbstgemachte Tomatensauce hat, dann nimmt man die) auf die Scheiben drücken und verteilen. (2.tes Bild von oben) So wie man es auf dem Foto sieht, ist es mir fast ein bisschen zu viel Tomatenmark.

4. Jetzt kommt der Teil, den jeder variieren kann. Ich tue IMMER drauf: Salz, Pfeffer, Thymian (drittes Bild). Dieses Mal habe ich noch Knoblauch auf alle drauf. das in der Mitte hat noch eine Scheibe Speck, die noch einsam im Kühlschrank weilte und die ich mit der Aubergine angebraten habe und rechts kam noch ein einsamer Champignon drauf.

5. Und am Ende dann Käse drauf. Ich mache immer einen Mix aus Gouda und Bergkäse. Gouda alleine ist mir zu mild.

Ich heize den Ofen auf, während ich alles vorbereite und stecke die "Pizza" dann für 10 Minuten bei 180 Grad in den Ofen.

Zum Servieren habe ich dann noch Petersilie drüber gestreut :-)

PS: das Ganze geht auch mit weniger Käse! Das ist halt mein Nicht-Maß-halten-können, wenn Käse mich anlacht.

Christine Zuppinger: Schwalbennester

2 Bäuerinnern erzählen.

Dieses Buch zu lesen, ist meditativ.
Kapitel, deren Länge zwischen 2 Sätzen und 2 Seiten variiert. Man benötigt keine Stunde.

In diesenKapiteln gibt die Autorin die Erzählungen der 2 Bäuerinnen wieder zu Themen, wie: Brot backen, Musikfeste, Kirchenchor, Schule, der französische Kriegsgefangene, Wasserrechte, Salzhandel, Baden im eiskalten Brunnen, Haare abschneiden, Hühner füttern, verheiratet sein, die Religion...

Ich lese und sehe meine Großmutter bzw. deren Schwestern vor mir auf ihren Bauernhöfen.


Frauen, die wir so oft als rückständig betiteln und die schlimme Zeiten (2 Weltkriege) durchlebten. Aber wenn ich dieses Buch lese, dann wird mir deutlich, wie arrogant und einseitig all diese Bezeichnungen sind. Sensible Frauen, die ihren Arbeitsalltag nach praktischen Gesichtspunkten meistern, dabei dem Lachen in ihrem Leben einen Platz geben und ob Alice Schwarzer sie als emanzipiert bezeichnet weiss ich nicht, aber ich tue es.

Wunderschön. Sanft. Kopfkino.

Aki Shimazaki: Tsubaki

Sie hat die Atombombe überlebt, über die sie Zeit ihres Lebens nicht reden wollte. Nach ihrem Tod hinterlässt sie ihrer Tochter 2 Briefe. Einen für die Tochter und einen ...

Man liest keine Stunde und es geht auch nicht hauptsächlich um die Atombombe. Es ist eine knackig erzählte Familiengeschichte, entlang von japanischen Gesellschaftszwängen und eingebunden in die Zeit des Krieges und seinen Gesetzen.

Ich gebe zu, dass ich warscheinlich keine 15€ für dieses Büchlein ausgegeben hätte.

Aber jeder der "drankommt", dem empfehle ich diese warme, kurze und bildliche Geschichte in einer gar nicht dramatischen Sprache, obwohl die Umstände dramatisch sind.

Jodi Picoult: Die Wahrheit meines Vaters


Mein erstes Buch von Jodi Picoult und es ist einer dieser herrlichen, leichtfüßigen, zeitgenössischen Romane, die ans Herz gehen.

Erzählt wird die Geschichte von Delia, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater wohlbehütet aufwächst. Sie ist 32, als die Polizeit vor der Tür steht um ihren Vater zu verhaften und sie erfährt, dass ihr Vater sie als Kleinkind von der Mutter entriss und seitdem mit falschem Namen mit ihr lebte.

Das Buch besteht aus 9 Abschnitten und jeder Abschnitt wird in je 4 Kapiteln jeweils aus der Sicht von Delia, ihrem Vater, ihrem Mann, ihrem besten Freund erzählt.


Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut. In den einzelen Kapiteln erzählt mir der jeweilige Protagonist seine Gefühle, mitunter seine Geheimnisse und damit auch viel aufgestaute Gefühle von denen die anderen noch nichts ahnen.

Delia hat eine kleine Tochter, will heiraten und blickt auf eine Kindheit zurück, die nach ihrem Empfinden glücklich war und genau so, wie man sich wünscht, dass eine Kindheit verläuft. Und nun muss sie sich damit auseinandersetzen, dass ihr Vater der Kindesentführung angeklagt wird und ihr die Mutter vorenthalten hat. Aber in ihrer Liebe zum Vater weiss sie auch, dass er dies nicht mal eben so macht und setzt sich mit den Gründen auseinander.

Mir hat das Buch gefallen!
Aber bitte nicht vergessen: es ist eher ein Schmöker, aber ein wunderbarer, der mir viele Denkanstösse gab.

#ibkmf = ich bekoche meine Follower

Findest du es komisch dich einfach bei jemandem einzuladen, den du gar nicht kennst?
Ja, vielleicht, aber das ist doch auch ein Teil vom Leben2.0

Wie die meisten bin ich kein Freak, sondern eine stinknormale und durchschnittliche Frau mit überdurchschnittlich Gewicht :-)
Zudem koche ich wahnsinnig gerne und quatsche gerne und bin kein Mensch, der im Anonymen vor sich hin twittert. Würde mich wahnsinnig freuen, wenn du dich entschließt, dich auf ein Essen mit ca. 6 Fremden einzulassen. Überwind dich, twitter mir und sag mir zu welchem Dinner du kommen möchtest.



#ibkmf01 Vegetarisches 4 Gänge Menü

Am 27.03.2010 lade ich zum vegetarischen #ibkmf01 ein ab 18 Uhr bei mir.



Eingeladen sind alle, die einen Twitter-Account haben. Ich selber wohne in Sankt Augustin (mit Auto gut zu erreichen :) und gemeinsam mit mir sollten wir 5-6 Leute sein. Das mache ich vom Andrang abhängig.


Bedingung ist, dass die, die am Ende kommen sich gegenseitig folgen, damit man sich über die Tweets schon ein bisschen kennenlernt. Das hat mir @missmarple76 empfohlen und so will ich es auch halten. Wer von mir per DM eingeladen wird, der bekommt auch meine Adresse nach Email Austausch.

Wenn es eine Allergie gibt, dann sagt mir das, ansonsten seid auf Alles vorbereitet. Ich war 18 Jahre Vegetarierin und ihr werdet mit Sicherheit das ein oder andere Neue kennenlernen.

Angemeldet sind:
  • @querdenkerin
  • @beverlybeuel
  • ehemals @umbawumba

Das Menü könnte sein:
  • Rote-Beete Carpaccio
  • Brokkoli-Biskuit
  • Cannelloni mit Ricotta-Spinat Füllung
  • Honigparfait mit Rosmarin
#ibkmf02 Fleischeslust in 4 Gängen

Am 23.04.2010 lade ich zum zweiten Dinner ein #ibkmf02 ab 18 Uhr bei mir und hier wird garantiert Fleisch serviert.

Eingeladen sind alle, die einen Twitter-Account haben. Ich selber wohne in Sankt Augustin (mit Auto gut zu erreichen :) und gemeinsam mit mir sollten wir 5-6 Leute sein. Das mache ich vom Andrang abhängig.

Bedingung ist, dass die, die am Ende kommen sich gegenseitig folgen, damit man sich über die Tweets schon ein bisschen kennenlernt. Das hat mir @missmarple76 empfohlen und so will ich es auch halten. Wer von mir per DM eingeladen wird, der bekommt nach email Austausch auch meine Adresse.

Wenn es eine Allergie gibt, dann sagt mir das, ansonsten seid auf Alles vorbereitet. Ihr solltet euch auf Fleisch freuen und ich kann eins versprechen: es gibt nichts, was aus dem Wasser kommt (Fisch, Hummer, Algen :-(

Angemeldet sind:
  • @medididi
  • @Frankwallitzek
  • @SusanneW
  • @nbflosculus
  • @missmarple76
Das Menü könnte sein:
  • Melonen-Schinken
  • Linsen-Petersiliesalat mit Schweinefilet
  • Kalbsbraten mit Erbsenpüree und Blumenkohl
  • Honigparfait mit Rosmarin

Für beide #ibkmf gilt:
* ich brauche keine Gastgeschenke
* angefangen wird auch, wenn du zu spät bist, damit die anderen nicht kalt essen müssen
* alle Zutaten sind bio und fair!
* ich selber trinke nur Leitungswasser (kühl mit Zitrone oder Ingwerscheibchen); ihr tut mir einen Gefallen, wenn ihr euch Alkohol selber mitbringt oder auch Cola oder ähnliches.

Und jetzt: Anmelden über Twitter und NUR Twitter, denn ich möchte viele neue Leute kennenlernen!

Die wahre Homestory der Karin

  1. Ich heisse wirklich Karin.
  2. Ich war mal in Richard von Weizäcker verliebt.
  3. Es wurde mit der Pubertät nicht besser, denn dann hab ich mich in Billy Idol verliebt.
  4. Ich esse alles außer rohen Tomaten und Meerestieren und -früchten (KEINE Algen = KEIN Sushi!)
  5. Kaffee am Liebsten als Espresso oder beim Starbucks die Grande Latte.
  6. Gäste bekommen bei mir Leitungswasser zu trinken.
  7. Meine Hände sind schön, aber meine Finger zu kurz um Pianistin zu werden.
  8. Heute spiele ich Blockflöte, stehe dazu und erzähle gerne darüber.
  9. Meine Haare (und die Verweigerung derselben zu Ergrauen) habe ich von meiner Mutter und deren Mutter geerbt.
  10. Meine Migräne habe ich von meinen Vater und dessen Mutter.
  11. Es gibt 3 Orte in dieser Welt die sich wie "zuhause" anfühlen: der Rhein, Ulaan-Ude in Burjatien und Mount Rainier und seine Umgebung.
  12. Ich habe 2 Tauchscheine.
  13. Tauchen ist das Gefühl sich dieser Welt zu entziehen und in Freiheit zu sein, weil alle Gesetze außer Kraft gesetzt sind.
  14. Ich habe keine Haustiere und kann auch nichts damit anfangen, dass Haustiere misbraucht werden für die oft notwendigen Therapien ihrer Besitzer.
  15. Bisher waren alle meine Autos von Renault und die meisten davon grün.
  16. Ich bin bekennender Wechselwähler.
  17. Faust ist kein Buch sondern eine Lebenshaltung.
  18. Ich bin eßgestört.
  19. Wenn ich Menschen neu begegne, meine ich sie prüfen zu müssen in dem ich mich besonders schlecht benehme.
  20. Ich habe Tibetologie studiert.
  21. Die schönsten Abende sind die ruhigen mit Freunden, die ich bekochen darf und an denen wir uns verquatschen oder zusammen spielen.
  22. Alkohol trinke ich schon lange nicht mehr.
  23. In meinen Träumen war Tim Curry aus der Rocky Horror Picture Show mein Vater.
  24. Ich lasse meine Nägel bei Biggi machen. Seitdem ich dort bin, habe ich keine Tageszeitung mehr, denn Bonn spielt sich bei ihr im Laden ab.
  25. Als Kind habe ich mit einer Freundin Spinnen in einem Haus gehalten und mit ihnen "Spinnenfamilie" gespielt.
  26. Ich bin evangelisch.
  27. Ich habe kein Problem mich als Lindenstraßen-Fan zu outen.

Tana French: Grabesgrün

Der vorliegenden Krimi ist der Erstling der irischen Autorin und es tut gut einen Krimi zu lesen der von einer Autorin ist, deren Begabung das Erzählen zu sein scheint.

Der Krimi verwebt 2 große Kriminalfälle miteinander: a) ein ermordetes Kind auf einer Ausgrabungsstätte b) 3 vor Jahrzehnten verschwundene Kinder von denen eines wieder auftauchte und nun Kriminalinspektor ist und den erstgenannten Fall betreut.

Auf keinem Fall sollen den Krimi Menschen lesen, die:
  • mitraten wer der Mörder ist und die Lust verlieren, wenn es am Ende wirklich der ist, den sie von Anfang an im Verdacht hatten (in den Rezensionen liest man dann immer: es war so vorhersehbar)
  • nicht mit offenen Enden umgehen können. Menschen, die immer jedes Detail einer Geschichte kennen müssen. Menschen, die beleidigt sind, wenn sie nicht in jedes Detail eingeweiht werden. Menschen, die EIN Buch als abgeschlossenes Etwas betrachten und nicht verstehen, dass das Leben, die Geschichte eben manchmal aus mehr wie nur einem Buch besteht.
  • meinen, dass die Hauptfiguren in einem Buch immer nett und sympathisch sein müssen, damit das Buch "gut" ist
Ich kann mich auf Geschichten einlassen. Kann akzeptieren, wenn sie anders sind, als ich es mir wünsche und kann es auch akzeptieren, wenn mir jemand im Moment nicht alles erzählt.
Manchmal braucht es Geduld und Tana French schreibt weiter und ich bin mir sicher, dass wir in einer hoffentlich noch langen Reihe um die Figuren Cassie und Rob noch viele Abgründe und Hintergründe kennenlernen werden.

Tomatensauce selber machen

Tomatensauce selber gemacht ist vielfältig und unübertroffen.

Etwas mehr Gemüsebrühe rein und man hat Tomatensuppe für die alle Gäste dir die Füße küssen werden! Je nachdem wie weit man Die Tomatensauce eingekocht, benutze ich sie für Pizza, für Aufläufe, für Spaghetti Bolognese, überhaupt Nudelsaucen.

Folgende Zutaten werden benötigt:
  • 1kg Tomaten, je kleiner desto schmackhafter und desto mehr Arbeit, da sie gehäutet werden müssen
  • 2 große Knoblauchzehen
  • 2 Schalotten (natürlich gehen auch normale Zwiebeln. Alles eine Frage des persönlichen Geschmacks)
  • Thymian (7 Zweige)
  • 1 Zitrone
  • Gemüsebrühepulver oder für Tomatensuppe: Gemüsebrühe
  • Sambal Oelek oder Chili oder was sonst Scharfes im Haus ist
  • kräftiges Olivenöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • Prise Zucker (1/2 Tl)

  1. Wasser aufsetzen für die Tomaten
  2. Zwiebeln und Knoblauch schälen
  3. Topf zum Anbraten von Zwiebeln und Knoblauch aufsetzen, der groß genug ist, die komplette Tomatensauce darin zu machen
  4. Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden und in den Topf mit Olivenöl geben und anbraten
  5. Tomaten gegenüber vom Stielende keuzförmig einschneiden (erleichert das Schälen später)
  6. Wenn das Wasser kocht die angeschnittenen Tomaten in das Wasser geben und langsam bis 15 zählen
  7. Tomaten rausholen und nun die Haut abziehen
  8. In den Topf mit den Zwiebeln und dem Knoblauch nun die Thymianzweige reingeben und dann 2 gute EL Tomatenmark hinzufügen und leicht mitanbraten
  9. die gehäuteten Tomaten auf die Zwiebelmasse geben und mit dem Kochlöffel gut andrücken, damit der Saft ausläuft
  10. Wenn der Saft der Tomaten die Tomaten fast bedeckt, dann kein Wasser mehr angießen. Sollten die Tomaten nicht (fast) bedeckt sein, dann Wasser nachgießen
  11. Nun soll die Masse vor sich hinköcheln. Lange.
  12. Einfach schonmal etwas Zitrone und etwas Brühpulver hinzugeben und eine Messerspitze Sambal Ölek
Wie lange einköcheln?
Kommt drauf an, was ihr machen wollt. Für ne Suppe einfach mal Brühe angießen und dann in jedem Fall 30 Minuten köcheln lassen.

Für Tomatensauce dürft ihr gerne 1 Stunde oder 2 Stunden alles köcheln lassen.
Achtung: ab und an muss umgerührt werden!

Beim Abschmecken gebt ihr Sambal Ölek, Zitrone und Brühpulver nach eurem Geschmack noch dabei. Auch das Olivenöl hebt den Geschmack.

Und wie immer bei Tomaten: eine Prise Zucker dazu! (Eine Prise ist so ca. 1/2 TL)

Serviert ihr das ganze als Suppe, dann hobelt doch einfach noch Parmesan drüber.
Ich koche immer viel ein und friere es in unterschiedlichen Portionsgrößen ein für Nudelsaucen etc.

Robert Littell: Spionage-Thriller

Die Spionage-Thriller von Robert Littel begeistern mich sehr.
Aber mir ist klar, dass die Zielgruppe nicht jeden umfasst.

Die Bücher fangen immer mit einer Masse an Namen an, die teilweise die selbe Person sind und unterschiedliche Identitäten darstellen. Es sind viele Geheimdienste im Spiel und viele Verwicklungen von Agenten, die dann auch mal Doppelagenten sind etc. Es ist nicht einfach da reinzukommen, aber wenn man mal drin ist, dann schlüpft man mit den Personen durch die Geschichte.

Bei "Die kalte Legende" ging es um einen konkreten Fall den man durch das ganze Buch begleitet und lernt durch das Buch wie der Geheimagent immer wieder neue Identitäten annimmt. Teilweise schwankte ich zwischen Bewunderung dafür ein solches Leben führen zu können und der Frage, ob der Typ denn nicht einfach nur krank ist.

Nun habe ich die 1000 Seiten von "Die Company" durch. Dies ist noch schwieriger zu lesen, aber ich fand es sehr gut. Zusammen mit einer handvoll KGB und CIA Agenten (und einer vom Mossad) begleitet man den Geheimdienst quasi durch seine Geschichte vom Kalten Krieg über die Schweinebucht nach Afghanistan bis zum Putsch 1991 in Moskau (ich befand mich damals gerade in Usbekistan und der KGB nahm meinen Reisepass "in Verwahrung").

Ich bin noch im Kalten Krieg aufgewachsen, habe sehr viel Jugendarbeit gemacht, speziell ausgerichtet auf die damaligen Ost-West Konflikte und die Versöhnung und den Wideraufbau. In der Schule lernte ich Russisch (freiwillig! Wir waren gerade mal 3 Leute) und die Bewunderung für meine Russischlehrerin führte dazu, dass ich mit 18 das erste Mal in die Sovietunion fuhr und später 1991 das erste Mal nach Sibirien.

Die Ost-West Geschichte ist in mir sehr lebendig und interessiert mich sehr und ich mag auch das Genre.

Mir gefallen die Bücher, aber ich kann mir vorstellen, dass dies bei Menschen, die weniger am Kalten Krieg etc. interessiert waren/sind, weniger der Fall ist, denn hier geht es viel um Politik und Geschichte.

Making of .... Karotten-Zuccini-Curry

Für alle die kochen können, hier die Kurzanleitung:
  • Reis kochen
  • Karotten und Zuccini anbraten mit Knoblauch, Sahne zugiessen und evtl. etwas Wasser.
  • Curry, Chili und etwas Brühe als Würze rein. Fertig.
Für alle anderen hier weitere Anleitungen und vor allem die Kurzlektion: wie macht man eigentlich Reis?

Für 1 Person 1/2 Kaffeetasse Reis in einen Kochtopf geben.
Dann die doppelte Menge Wasser wie Reis nehmen. In diesem Fall also 1 volle Kaffeetasse Wasser auf den Reis geben. Die Herdplatte anstellen und wenn es kocht ausstellen und den Topf ins Bett stellen oder weniger unkonventionell einfach auf ganz niedrige Flamme stellen und den Reis nun ziehen lassen bis das Wasser weg ist. Dann ist der Reis auch fertig.

Mache ich den Reis zu asiatischen Gerichten, dann gebe ich noch folgende Gewürze zum Kochen dazu, die ich später wieder rausfummeln muss: Kardamomkapseln, Zimtstange (nein, kein Zimtpulver! Soll ja kein süßer Reis a la Milchreis werden), Ingwerscheibe. Man kann Reis aber ganz ohne Gewürze kochen, also nicht verzweifeln!

So geht es weiter:
Dann habe ich die Bratpfanne auf die heisse Kochplatte und Olivenöl rein. Die in Stäbchen geschnittene Karotte und 1 kleine ebenfalls in Stäbchen geschnittene Zuccini in die Pfanne geben. Ich brate sie gerne schön cross an, aber manche mögen das nicht. Also brate sie nach deinem Geschmack. Kurz bevor sie fertig sind, den klein geschnittenen Knoblauch hineingeben und noch kurz mitbraten.

Sobald es fertig ist, Sahne dazugießen und ein ca. 3 Eßl Wasser. Wieviel Sahne? Hm ... wieviel Soße willst du? Sahne macht die Soße, wenn sie aufkocht dicker. Wasser macht sie dünn.
Ich habe für 1 Person dann 1 1/2 TL Currypulver hineingegeben. Lieber erstmal weniger, denn nachwürzen kann man immer!
Zur Geschmacksverstärkung habe ich noch etwas Brühpulver an die Soße gegeben, auch, weil ich noch nicht gesalzt hatte und wer möchte, der gibt noch eine Messerspitze Sambal Ölek dazu.

Geht extrem schnell und ist sehr würzig.
Die Inspiration kam mal wieder von Tobias Wimbauer

Apfel-Streuselkuchen mit Walnuss-Marzipan Streuseln

Gestern ist mir ein unglaublicher Apfel-Streuselkuchen gelungen, dessen Rezept ich nun mal zusammenschreibe.

Der Kuchen besteht aus 3 Teilen:
a) Rührteig
b) Äpfeln
c) Streusel

Zuerst Butter und Eier 1 Stunde vor Beginn aus dem Kühlschrank holen.
Dann die Streusel machen und in den Kühlschrank stellen.
Anschließend den Rührteig herstellen, danach Äpfel schneiden und fertig.

Hier nun die einzelnen Arbeitsschritte (hoffentlich auch für Anfänger verständlich)





Rührteig
200g Butter (Margarine) und 170g Zucker (ich nehm braunen, aber das ist ja egal) ca. 8 Minuten verrühren. Rührkuchen heisst Rührkuchen, weil er wirklich so lange mit dem Elektrorührer geschlagen wird. Das Butter-Zucker Gemisch nimmt auch eine leicht weissliche Farbe an. Rührkuchen kann man nicht lange genug rühren. Also lieber noch ne Minute dran hängen, wenn die Arme noch nicht lahm sind. Rührt man nicht lange genug, dann kann es passieren, dass a) entweder der Teig nicht aufgeht oder b) dieser berühmte speckige Kuchen entsteht.

Jetzt gebt ihr 1 Ei dazu und rührt wieder 30 Sekunden oder auch 1 Minute, dann das nächste Ei und wieder rühren und dann das 3. Ei und wieder rühren.

Nun 250g Mehl und 2 Tl Backpulver und dann habe ich noch 1 Tüte Vanillesaucenpulver dazugeschüttet. Dieses Gemisch nun langsam nach und nach zu dem Butter-Zucker-Eier Gemisch geben und rühren, rühren, rühren. Da der Teig nun etwas fest ist, gebt ca.100ml Flüssigkeit dazu. Ich habe 1 Eßl Zitrone und Saft von Mandarinen genommen. Aber es geht auch Orangensaft oder Milch.

Nun habt ihr einen luftigen und lockeren Teig und den füllt ihr in die Springform. Großzügig Teig in der Schüssel zum Ausschlecken lassen. Das MUSS sein. Das war bei Oma Hilda auch immer so :-)

Jetzt 3 große Äpfel schneiden (vierteln und dann in dünne Scheiben) und auf den Rührteig legen. Wenn ihr langsam schneidet, dann beträufelt die Äpfel noch mit Zitrone, damit sie nicht braun werden. Ich bin nicht sorgfältig beim Äpfel auf den Rührteig streuen. Sieht ja eh keiner, weil die Streusel noch drauf kommen.

Als letztes die Walnuss-Marzipan-Streusel draufgeben, die wie folgt gemacht werden:
  • 100g weiche Butter
  • 120g Zucker
  • 90g Walnüsse (zwischen Zewatücher legen und dann mit dem Nudelholz draufhauen, dann sind sie grob gemahlen)
  • 60g Marzipan
  • 90g Mehl (vielleicht erst etwas weniger nehmen und dann mal schauen ...)
Alle Zutaten verkneten und in den Kühlschrank stellen bis der Rest vom Kuchen fertig ist.

Den Kuchen dann bei 175Grad in den Backofen für 50 Minuten und dann bitte mal schauen. Ich hatte ihn erst 35 Minuten drin, aber das ging gar nicht. Ich meine, dass es am Ende 50 Minuten waren.

Plätzchen: Zitrone-Ingwer Plätzchen

Weihnachten steht vor der Tür und es ist Zeit für Plätzchen. Ich esse Plätzchen gerne, aber ich backe sie nicht gerne. Warum? Weil, wenn es "schön" aussehen soll, dann ist es etwas Aufwand. "Unschön" kann ich und ich kann nur sagen: "Schmeckt genauso lecker" :-)

Als erstes habe ich Zitronen-Ingwer Plätzchen gemacht, die fantastisch schmecken.

Das Rezept habe ich bei Chefkoch gefunden und obwohl ich diese Webseiten ganz furchtbar finde (man findet zwischen der blinkenden und laufenden Werbung doch die Rezepte kaum noch), habe ich mich entschieden die Plätzchen zu machen.

Und auch wenn meine unförmigen Taler ohne lustige Glasur etc. vielleicht unbeholfen aussehen, sind sie sehr lecker. Eine dezente Ingwer Note und kräftiger Zitronengeschmack kommen gut heraus und eine weitere Zitronenglasur fände ich zu viel des Guten. Sie haben diese herrlich krümelige Konsistenz. Man denkt, sie wären hart und dann beisst man rein und sie sind luftig und krümelig. Herrlich!

Übrigens: wann sagt ihr eigentlich "Keks" und wann "Plätzchen"?
Habe bei mir festegstellt, dass ich im Advent "Plätzchen" sage und den Rest des Jahres sind es dann Kekse. Aber Kekse kann man nicht im Advent essen. Das ist zu gewöhnlich :-)

Habe genau die gleichen Plätzchen gestern abend noch einmal gebacken aber OHNE Zitrone und Ingwer. Statdessen habe ich 2 gute Hände voll Walnüsse grob mit dem Nudelholz zerkleinert und 2 gute Eßl. von Schuhbecks Lebkuchengewürz dazugegeben. Schmeckt ebenfalls fantastisch!

Hier die Zutaten für den Teig:
  • 200g Mehl
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 90 g Zucker
  • 120g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 Zitrone (Saft davon und abgeriebene Schale)
  • 1 Stück Ingwer reiben (so ca. 1cm oder ewas mehr. Einfach mal probieren und nach Geschmack dazugeben)

Autorenempfehlung: Jhumpa Lahiri

Es war Langeweile, als ich die Liste der Pulitzerpreisträger durchlas und beschloss, dass ich den Anteil weiblicher Autoren in meiner Leseliste erhöhen möchte und mir einige Bücher von weiblichen Preisträgerinnen bestellte (bei den Archivaren, die ich erst durch @wimbauer auf Twitter kennenlernte).

Darunter: Jhumpa Lahiri, eine Amerikanerin indischer Abstammung von bengalischen Eltern in London geboren.

Ihre Bücher handeln denn auch von dem, was sie selber ihr Leben lang (er-)lebte und was ihren Alltag ausmacht: die Auseinandersetzung mit 2 Kulturen (wobei ihre Eltern Wert darauf legen, dass sie Bengalen sind).

Der Versuch der Eltern in den Kindern das Traditionelle, die Heimat zu bewahren in der neuen Umgebung, die so fremd ist und ihnen alle Bildungschancen offen zu halten. Dementgegen steht der amerikanische Alltag den die Kinder in den Schulen und der Universität aufnehmen und der sie den traditionellen Ansichten der Eltern entfremdet.

Identität: wer bin ich?
Den geliebten Eltern will man nicht weh tun, ist aber den Werten der "neuen" Heimat bereits mehr verbunden und integriert sich.

Als erstes las ich: "Einmal im Leben: eine Liebesgeschichte" welches die Geschichte 2er Jugendlichen mit indisch-kulturellem Hintergrund ist, die sich in den USA kennenlernen, weil die Eltern befreundet sind, sich aus den Augen verlieren und alsm Studenten in Europa wiedertreffen. Man spürt die ständige Heimatlosigkeit der Figuren und ist hin und her gerissen als Leser mit den Ratschlägen, die zumindest ich im Kopf immer geben will.

Das zweite Buch war: "Melancholie der Ankunft" für welches es den Pulitzerpreis gab. 9 Kurzgeschichten unterschiedlichster Natur über Menschen die im Spannungsfeld zwischen indischer Tradition und amerikanischer Moderne leben und ihre ganz eigenen Wege finden damit umzugehen.

Wer ruhige Bücher mag, in denen man der Psyche von Menschen näherkommt und wer gerne etwas über andere Kulturen liest und schöne Sätze mag, dem empfehle ich die Autorin von ganzem Herzen.

Zitronenkuchen

Endlich habe ich mich aufraffen können einen Zitronenkuchen zu machen nach Rezept von Tim Mälzer. Ich bin ja bekennender Fan von einfachen Rührkuchen, weil es relativ schnell geht und einfach ist.

Wenn ihr übrigens manchmal speckige Rührkuchen hab, dann ist der Fehler tatsächlich, dass ihr nicht lange genug gerührt habt. Das Merkmal von Kuchen ist das lange Rühren und die Zeit, die die einzelnen Bestandteile brauchen um sich zu entfalten (hauptsächlich das Mehl meine ich).

200 g weiches Fett, 200 g Zucker, 1 Prise Salz und 2 TL Zitronenschale mit dem Handrührer min. 8 Minuten sehr cremig rühren. Die 5 Eier einzeln je 1/2 Minute gut unterrühren.

Ihr seht: viel langweiliges neben der Schüssel stehen, während ihr den elek. Rührer in der Hand haltet :-)

280g Mehl, 60g Speisestärke und 3 TL Backpulver sieben, mit 100ml Milch und 8 EL Zitronensaft abwechselnd unterrühren.

Den Teig in die Form geben. Im vorgeheizten Ofen bei 175 °C (Umluft: 150 °C) auf der 2. Schiene von unten 45 bis 55 Minuten backen. Den Kuchen 5 Minuten ruhen lassen, dann aus der Form stürzen.

Dann Puderzucker mit Zitronensaft anrühren und auf den kalten Kuchen dann aufstreichen.

"Wenn alte Damen schiessen ..." von Daniel Pennac

Ein Krimi bei dem man als Twitterer im Dauerstress ist angesichts der knappen und spitz formulierten Gedanken des Autors, die man am Liebsten direkt alle der Welt mitteilen möchte.

In der Amazon Beschreibung steht, dass der Autor es schafft Welten entstehen zu lassen und tatsächlich lege ich den Krimi aus der Hand und sehe den Pariser Vorort Belleville vor mir. Ich bin mir fast sicher, wenn ich mal im Real Life dort lande ohne es zu wissen, werde ich es direkt erkennen: die Menschen, die Straßen und die Gerüche und bestimmt läuft irgendeiner aus der großen Malaussene-Familie mir dann über den Weg!

Einerseits ist man vollkommen in der Realität drin, die der Autor dort geschaffen hat und andererseits entführt er einen in so viele bekloppte kleine Details und zu Menschen, wie sie eben in Vorstädten stranden, dass man fast meint doch in einem modernen Märchen zu sein.

Die Menschen und ihre Geschichten verweben sich irgendwann dermaßen, dass einem auch das skurile Polizeipäärchen (junger, reicher, knallharter Polizeianwärter, Waise - vietnamesischer älterer Beamter der sich seinen Körper mit der vietnamesischen Witwe Ho teilt) vollkommen richtig erscheint, da wo es ist und so wie es ist.

Ab und an musste ich aufpassen wer jetzt wer war, da so viele Personen in dem kurzen Buch auftauchen. Aber die dichte und pointierte Erzählweise hat mich gefesselt! Zudem mag ich skurile Geschichten.

Lebensmittel - "Geiz ist Geil"

"Das ist doch nicht dein Ernst, dass du 3,49€ für die Spaghetti ausgegeben hast. Beim Discounter gibts die für 0,39€."
oder
"Warum holst du denn die Kartoffeln im Bioladen? Beim Discounter die sind auch Bio und VIEL billiger."

Ihr glaubt nicht, wie sehr mich solche Sätze in Rage bringen!

Ich wünsche mir bei Lebensmitteln:
  • bio, weil ich glaube, dass es meinem Körper besser geht, je weniger Antibiotika, Hormone, Pestizide und Kuheiter ich meinem Körper zusätzlich und unnötig zuführe
  • , dass die Leute, die die Lebensmittel produzieren/verkaufen etc. fair behandelt und bezahlt werden, weil ich selber auch fair behandelt werden möchte von meinem Arbeitgeber und auch eine gute Bezahlung erwarte
  • mehr regionale Produkte im Gegensatz zu Äpfeln aus Neuseeland o.ä. da ich Klimabilanzen die mir sagen, dass die Äpfel aus Neuseeland weniger CO2 Ausstoss haben, nicht glaube
  • keine Produkte wie z.B. Gemüse aus Wüstenregionen, weil es mir schleierhaft ist, warum ich Wüstenregionen auf Teufel komm raus zu Agrarzonen machen muss
Was mich schlichtweg nervt ist, dass es sehr viele Mitmenschen gibt, die das nur schwer akzeptieren können.

Da werde ich als dumm tituliert, weil ich so viel Geld im Bioladen lasse.

Als Reaktion auf meinen Wochenendeinkauf gestern (siehe Foto) bekam ich z.B. über Twitter eine DM mit dem Kommentar, dass ich dekadent sei.

Der nebenstehende Einkauf hat 43,26€ gekostet.
Dabei waren der Kajal und der Kürbiskönig (Spitzengewürz!) mit je über 7€ natürlich die Spitzenreiter. Ohne Kajal und Gewürz also ca. 28€.

Es tut mir leid, dass viele Menschen für ihre Arbeit nicht adequat entlohnt werden und somit auch anderen nicht das zahlen können, was ihnen zusteht und somit auf Discounter etc. angewiesen sind. Aber ich kann es mir bei gleichzeitiger Priorisierung meiner Ausgaben leisten und kann es gleichzeitig noch mit dem Kochen verbinden, was ich gerne mache.

Dafür angefeindet zu werden, dass ich Geld ausgebe, dass anderen Menschen faire Lebensbedingungen schaffen soll und zudem auch noch meiner Gesundheit förderlich ist und immer wieder die Neiddiskussion führen zu müssen ermüdet mich!

"Der Club der singenden Metzger" von Louise Erdrich

So leise ist das Leben!

Die Autorin ist Tochter eines deutschen Metzgers und mütterlicherseits war der Großvater Häuptling der Chippewa in North Dakota. In allen ihren Romanen verabeitet sie Teile ihrer eigenen Familiengeschichte, so sagt sie und tatsächlich begegnen mir in ihren Büchern Deutsche und Indianer und Metzger in Alltagssituationen, aber eben weit weg von den Karl May Indianergeschichten, die natürlich auch mich geprägt haben und die von Louise Erdrich scharf kritisiert werden.

"Der Club der singenden Metzger" ist mein Lieblingsbuch.

Es erzählt die Geschichte des deutschen Metzgers Waldvogel, der in den 20ern aufgrund von Armut auswandert mit einem Koffer voll Würsten und den Messern des Vaters.
In North Dakota siedelt er sich an, baut eine gut gehende Metzgerei auf, hat eine Familie, erleidet Schicksalsschläge, hat Söhne die im 2. Weltkrieg gegen Deutschland in den Krieg geschickt werden, heiratet ein 2. Mal und bleibt seinem Gesangsverein treu, der ihm ein Stück Heimat vermittelt.

Dieses Buch ist eine Beschreibung von Wünschen, Sehnsüchten und dem Alltag von Einwanderern in den USA.

Dem ein oder anderen werden detaillierte Beschreibungen von Alltagstätigkeiten wie Putzen auf die Nerven gehen, aber verbunden mit den Emotionen der Menschen die man in dem Buch sehr intensiv kennenlernen darf, hat mich das Buch sehr berührt.

Ich gebe zu, dass ich vor 20 Jahren so Bücher noch nicht gelesen hätte. Aber heute liebe ich sie!

"Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

Still, heimlich und nicht geplant, bringt eine kleine, zarte, ruhige Frau ihren Mann um bevor sie zur Nachtschicht ans Fliessband geht, wo sie mit 3 anderen Frauen eine Solidargemeinschaft bildet.

Irgendwie muss ihr Mann entsorgt werden und natürlich helfen alle Freundinnen. Jede hat dafür eine andere Motivation.

Das Buch fängt eher als kleine Sozialstudie an, entwickelt sich zu "Oh ... hoppla ... ich hab ihn ausversehen umgebracht". Als ich aber sah, dass noch der Großteil des Buches vor mir lag wurde mir klar, dass hier noch etwas kommen muss und das Buch noch einige ungeahnte Wendungen nehmen wird.

Und dann kam den 4 Frauen eine so abstruse und doch folgerichtige Idee, dass ich lachen musste. Mord und wie dieser die Frauen in ihrem sozialen Umfeld verändert, ist ein Großteil des Krimis und sehr interessant immer wieder aus anderen Perspektiven beschrieben.
Diese wechselnden Perspektiven zwischen den Frauen, die kleinen Nebengeschichten machen mir sehr viel Spaß.

Die Geschichte bzw. der Krimi hat alles: Sanftheit, Brutalität, sehr viel Witz, Mitleid, Kopfschütteln und ich als Westler lerne auch noch was über Japan und Migration in Japan, ABER dann kommt das Ende und die letzten ca. 10 Seiten gehen überhaupt nicht.

Ich hab nichts gegen Sex. Ich habe nichts gegen perversen Sex in Krimis und ja, ich glaube auch, dass Serienmorde meistens eine sexuelle Komponente haben. Aber das hätte anders aufgebaut werden müssen. So stellt es leider ein hilfloses Ende dar, welches mir unterschwellig vermittelt, dass die Autorin Angst hatte, dass ihr Buch vielleicht nicht genügend Höhepunkte bietet. Und so haut sie auf den letzten Seiten noch mal einen raus. War aber nicht nötig! Und ist auch wenig verständlich für mich.

Jetzt möchte ich noch ein Buch lesen und hoffe, dass sie nicht immer die letzten 10 Seiten verhaut :-) Wenn doch, dann lese ich trotzdem ihre Bücher und reisse einfach die letzten 10 Seiten immer raus.

Bücher ...

Die große Lese-Leidenschaft meines Vaters hat sich voll auf seine Töchter vererbt und solese ich seit meiner Kindheit richtig viel.

Was mein erstes Buch war, weiss ich nicht, aber ich erinnere mich als erstes an "Die kleine Raupe Nimmersatt". Diese Raupe hinterläßt ja Fraßspuren auf dem Weg durch das Buch und die Woche. Meine Familie hat immer gesagt, dass man bei mir auch weiss, ob ich ein Buch in der Hand hatte oder nicht, weil ich hemmungslos beim Lesen nasche und dann Fingerabdrücke in Büchern hinterlasse. Naja ... heute nicht mehr so richtig.

Heute sind es eher Blutflecke, wenn ich blitzartig eine Schnake erschlage mit dem Buch und die Schnake dann darin klebt. (Diese Seiten muss ich dann überspringen!)

Und ich bin keine, die Bücher "pfleglich" behandelt.
Wenn ich ein Buch gelesen habe, dann darf man das auch sehen. Es muss nicht jungfräulich im Regal stehen. Mit dieser Jungfräulichkeit kann ich eh nichts anfangen.
Ich liege meistens auf der Seite beim Lesen und dann knicke ich die Bücherrücken immer schön durch :-)

Seit ca. 8 Jahren ist das Kriterium für eine Wohnung auch immer: habe ich ein Zimmer in welchem meine Bücher Platz haben? Kann ich meine kleine Bibliothek einrichten? Ohne ein solches Zimmer ziehe ich in keine Wohnung.
In der aktuellen Wohnung habe ich es perfekt: ich habe oben ein großes Studio, welches gleichzeitig mein Musikstudio ist und meine Bibliothek. Das macht Spaß und Laune. Nur das richtige Sofa fehlt noch, weil nichts was ich möchte diese blöde Wendeltreppe hochgeht. Naja ... irgendwann wird das richige Sofa kommen und passen.

Am Liebsten lese ich folgende Kategorien:
1. Krimis/Thriller etc. - neben den lokalen Krimis (ja, ich schwimme auf der Welle mit) stehe ich auf die sehr brutalen Serienmörder. Es muss nicht blutig beschrieben werden, denn mir reicht meine Fantasie und psychische Gewalt fand ich schon immer schlimmer, wie körperliche Gewalt.

2. Geschichtsromane
- lese ich sehr gerne, aber leider gibt es hier so viel Schund, dass ich mich kaum noch traue. Bin hier mittlerweile so elitär, dass ich erwarte, dass der Autor entweder HistorikerIn ist oder aber min. 4 Jahre an einem solchen Buch schreibt. Mit denen habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

3. die ganz stillen Bücher - sind erst mit zunehmendem Alter auf meine Liste gekommen. Bücher, die die kleinen Facetten des Lebens beschreiben und leise sind. Keine Knaller, Highlights, Serienmörder

"Das Essen hat 20 Minuten gebraucht. Da gehen wir nicht mehr hin."

Den Feiertag heute nutze ich, nicht etwa um einen schlauen Beitrag zur Deutschen Einheit zu liefern, sondern meinem Ärger über Restaurantbesucher Luft zu machen.

Ich suche gerade nach den Öffnungszeiten meines Lieblingsitalieners (Da Sebastiano in Hangelar) und stoße auf eine Restaurantkritik die anfängt mit "Das Essen hat 30 Minuten gedauert".

Das ist der Moment in dem die Magensäureproduktion bei mir freigesetzt wird, meine Fäuste sich ballen und in meinem Kopf Schimpfwörter ohne Punkt und Komma gebildet werden.

Ich esse gerne. Oder besser: ich genieße gerne.
Wenn ich essen gehe mit Freunden, dann freue ich mich auf einen Abend mit gutem Essen, das meine Sinne anregt, freue mich auf schöne Gespräche, die mal lustig sind, mal emotional, freue mich über eine schöne Umgebung/Ausstattung, die mich verweilen läßt.
Zeit ist doch auch wesentlich für einen solchen Abend. Gemütlich beieinander sein. Zeit intensiv miteinander verbringen. Es gibt doch nichts Schöneres.

Und dann sind da diese Gäste am Nebentisch, die nach der Bestellung auch schon anfangen mit "Na, wie lange das wohl dauern wird?" und dann alle 2 Minuten auf die Uhr schauen.
Können die nicht in die Dönerbude oder zu McDonalds gehen? Dort sind die Zielgruppe Menschen, die nicht lange verweilen wollen und die schnell Essen möchten.

In einem Restaurant möchte ich verweilen. Lange. Genießen. Einen schönen Abend mit Freunden haben.
Zudem: wer selber kocht weiss auch, dass eine Hauptspeise nicht mal eben in 20 Minuten gekocht ist. Wenn Restaurants so schnell servieren, dann geh ich schon nicht hin, weil ich weiss, dass das Essen aus Fertigprodukten besteht. Im Restaurant aber möchte ich das Handwerk von Menschen, die Kochen lange gelernt haben genießen.

Lese ich also eine Kritik in der negativ bewertet wird, dass das Essen lange gedauert hat, dann könnte es ein Restaurant für mich sein.

"24h Berlin" ist ein bisschen wie visuelles Twittern

Gegen 7 Uhr schaute ich mal bei arte rein, damit ich einen Eindruck dieses Mamutprojektes bekam:

24h Berlin.

Naja ... Berlin war noch nie meine Stadt. Aber mal kurz schauen bevor ich zur Generalprobe musste, konnte ich ja.

Da stand ein altes Ehepaar in seinem Wohnzimmer und machte Frühsport. Er im klassischen weißen Unterhemd und sie im Morgenmantel und während sie sich da rhytmisch bewegen und etwas für ihre Fitness und Gesundheit tun, während ich frühstücke, schweifen meine Gedanken ab und ich sehe meine Oma vor mir, die auch immer mit Begeisterung vor dem Fernseher mitturnte.

Es ist später nachmittag, als ich wieder einschalte eher aus Langeweile und dann wirklich bis 1 Uhr nicht mehr wegschaue.

Zeitlich sehr komprimiert schaue ich den verschiedensten Menschen in den verschiedensten Situationen zu und genieße meine freie Entscheidung zuzuschauen, wenn mich etwas fesselt und kurz was anderes zu machen, wenn mich jemand langweilt.

Kurze Einblicke visueller Natur, ähnlich dem Twittern.

Ich followe und entfollowe im Laufe meines Fernsehabends.
Als Follower geben mir Menschen ebenfalls kurze Einblicke in ihr Leben und ihre Persönlichkeit.

Zum Beispiel:
  • Der eine tweetet mir seine Lieblingsmusik, die ich auch ganz gut finde und deshalb followe ich ihm, immer auf der Suche nach einem neuen Hit für mich persönlich.
  • Der nächste ist ein TV Star und ich möchte seine nächste Sendung nicht verpassen, also folge ich ihm, damit ich das Neueste immer mitbekomme.
  • Ein weiterer liefert sich einen ständigen Schlagabtausch mit einem anderen Twitterer und ich liebe die schnellen Wortgefechte.
  • Noch einer twittert über seinen Alltag als Antiquar und es interessiert mich, weil ich mir bisher noch nie Gedanken über das Leben eines Antiquars gemacht habe.
  • Mein "Hallo Wach" Radio-Moderator versorgt mich mit lokalen News die mich interessieren.
  • Dann gibt es noch den Bergfan, der seine Bergtouren beschreibt und fotografiert und in mir die Hoffnung nährt, schon bald so fit zu sein, dass ich das auch mal kann.
  • Und dann ist da noch die große Organisation, die immer die neuesten Infos zu Lebensmittelskandalen twittert, was mir ein großes Anliegen ist darüber informiert zu sein.

Gestern bei 24 Berlin fühlte ich mich genauso:
  • Kurz sah ich die Suffis auf ihrem Weg Gott näher zu kommen.
  • Sah den CSU Politiker Guttenberg, wie er neben dem Brandenburger Tor stand und der ZDF Reporter seinen Namen nicht aussprechen konnte.
  • Bekam die Love Suite eines Clubs zu sehen.
  • Folgte Gloria Viagra auf der Suche nach ihrem BH für den Auftritt.
  • Lernte Leslie Bomba kennen, deren Name Programm schien, die aber in ihrer frischen Verliebtheit so süß war.
  • Hörte Anne Wenzel bei der Diskussion mit ihrer Mutter zu, wie man der Familie wohl beibringt, dass sie lesbisch ist.
  • Versuchte die geistigen Ergüsse des Rapper Alis zu durchschauen.
  • Lernte den DJ R.Villalogos bei seiner Arbeit kennen (schon wieder ein mir neuer Beruf über den ich mir noch nie Gedanken gemacht habe)
  • Verfolgte einen verurteilten Mörder in seiner Zelle und vieles mehr.

Ich folgte oder folgte eben auch nicht.
Es war schnell, wie Twitter eben kurz ist.
Ich kam mit Dingen in Berührung, die mich bisher noch nicht beschäftigt haben.
Gleichberechtigt schaue ich mir Nacktyoga, Wowereit auf einem SPD Grillabend, Oma Kasulke beim Gurken schneiden und Martha beimEinschlafen zu während sie davon träumt einmal studieren zu dürfen.

Mich hat diese Dokumentation wirklich fasziniert.
Liebe arte-Redakteure: ich möchte den Film in 40 Jahren, wenn ich 80 werde noch einmal sehen. Bitte wiederholen! Wieviele Guttenbergs sind dann schon an mir vorbeigezogen? Werde ich selber meine Gurken alleine abends in der Wohnung schneiden? Oder warte ich im Hospiz auf meinen Tod? Oder bringe ich die Enkelkinder ins Bett? Wie wird sich Musik verändert haben? Werde ich Nacktyoga machen oder gar frisch verliebt sein?

Ein langer Fernsehabend den ich nicht bereut habe und folgender Satz ist mir noch im Kopf:
"Es wird ein guter Tag zu leben".

Pfingsteiersingen

Als ich vor einigen Jahren mein erstes Auto mein eigen nannte, nachdem ich in einen Bonner Aussenbezirk gezogen war, lernte ich plötzlich mehr wie nur die Bonner Innenstadt kennen. Plötzlich erschlossen sich die Eifel, die an Bonn grenzende Pfalz und eben auch das Siebengebirge meinen Augen und meinem Auto.

Es war am Tag vor Pfingsten, als es bei mir klingelte und ich mich einer Schar singender junger Männer vor meiner Haustür gegenüber wiederfand und mich fragte, was die wollen. Sankt Martin war doch noch gar nicht.

Und so lernte ich den Brauch des Pfingsteiersingens kennen, der hier im Siebengebirge in den Junggesellenvereinen gepflegt wird. Am Tag vor Pfingsten ziehen die Junggesellen mit einem Bollerwagen durchs Dorf/Stadtteil und gehen von Haustür zu Haustür und bitten singend um Eier.

Heutzutage bekommen sie Eier, aber an der ein oder anderen Haustür auch einen Schabau (Schnaps) zur Stärkung.

Die Männer blasen die gesammelten Eier dann aus, basteln die Eierkränze und die sieht man hier in den Dörfern und Stadtteilen dann im Zentrum ab Pfingsten hängen.


Das 1. Foto ist der Eierkranz aus Bonn-Hoholz in 2009.


Der 2. Eierkranz den ich dieses Jahr klasse finde, hab ich nochmal groß kopiert. Das ist der Eierkranz aus Bonn-Niederholtorf in 2009. Leider hing der schönste Kranz den es meiner Meinung nach in Bockeroth gab nicht mehr.

Nachts, wenn der Kranz dann fertig ist, dann wird er unter Tanz und Musik aufgehangen. Ein richtiges Dorffest findet dann statt.

Der Brauch selber ist schon viele 100erte von Jahren alt und die Peisjonge (Junggesellen) zogen früher von Haus zu Haus und wünschten ein frohes Pfingstfest. Weil es zu dieser Zeit noch keine reifen Früchte gab die man als Dank geben konnte, hat man als Dank die Eier verschenkt.

Heutzutage verschenkt man Eier oder gibt einen Obulus für die Vereinskasse oder es wird direkt gesagt von den Peisjonge, dass die für einen wohltätigen Zweck sammeln.

Nächstes Jahr mache ich mich mal rechtzeitig auf Fototour, damit ich die Kränze der Gegend mal alle anschauen kann.

Eine Lanze für Fast Food

Heute möchte ich einmal Fast Food promoten.

Fast Food heisst für mich, dass es schnell gehen muss und das geht mit Bio und fairen Produkten genauso wie mit denen, die von kleinen indischen Kinderhänden zu Dumpinglöhnen gepflückt und verpackt wurden. Fast Food ist ja nicht gleich Junk Food.

Manchmal muss es schnell gehen, manchmal habe ich aber auch einfach keinen Bock zu kochen und dann freue ich mich, wenn ich eine dieser Fertigmischungen aus dem Bioladen habe für Burger (Dinkel oder Grünkern oder Gemüse ... egal).

Fertigmischung mit Wasser vermengen, Burger formen und in die Pfanne legen und brutzeln lassen. Schnell den Rucolasalat in eine große Schüssel und Olivenöl, Balsamico und Salz drübergeben. Mit den Händen vermengen und auf den Teller geben.
Die Tomatensauce wäre natürlich eine Menge Arbeit, aber deshalb mache ich immer große Mengen davon, die ich dann wie Marmelade in Gläser fülle und aufbewahre. So muss ich dann nur ein Gläschen aufmachen und erhitzen und fertig ist mein Bio Fast Food Gericht. Und ich liebe es.

Schönheitskuren für das iPhone

Warum ich das iPhone gut finde?
Weil es das Bad in Olivenöl überlebt hat.


Das mag manchem zu profan sein, der jetzt schnell nach 20 Heise-Artikeln sucht und alle iPhone Blogs absucht um noch einmal alle technischen Details im Kopf zu haben, die man so als Argument für das iPhone braucht. Gewicht, Betriebssystem, Features, Design, Geschwindigkeit, Usability usw usf.

Ja, finde ich auch alles toll. Aber das nach einem längeren Bad in Olivenöl (Habs erst nach ca. 10 Minuten gefunden) dieses Handy noch funktioniert ... super!

Zuerst war das Display einheitlich dunkel und ich habe die Helligkeit enorm hochsetzen müssen, was dem schwachen Akku dann den Rest gibt.

Aber jetzt scheinen langsam einzelne Flecken abzutrocknen und so entsteht das nebenstehende Design. Die hellen Flecken die ihr seht sind die Stellen an denen das Öl komplett abgelaufen zu sein scheint.
Das Design verändert sich ständig und der helle Fleck wird immer größer. Bleibt also die Hoffnung, dass das Display sich wieder ganz erholt.

Hab wohl Glück gehabt und empfehle jedem NICHT zu testen, ob sein iPhone das auch aushält.