Als ich vor einigen Jahren mein erstes Auto mein eigen nannte, nachdem ich in einen Bonner Aussenbezirk gezogen war, lernte ich plötzlich mehr wie nur die Bonner Innenstadt kennen. Plötzlich erschlossen sich die Eifel, die an Bonn grenzende Pfalz und eben auch das Siebengebirge meinen Augen und meinem Auto.

Es war am Tag vor Pfingsten, als es bei mir klingelte und ich mich einer Schar singender junger Männer vor meiner Haustür gegenüber wiederfand und mich fragte, was die wollen. Sankt Martin war doch noch gar nicht.
Und so lernte ich den Brauch des Pfingsteiersingens kennen, der hier im Siebengebirge in den Junggesellenvereinen gepflegt wird. Am Tag vor Pfingsten ziehen die Junggesellen mit einem Bollerwagen durchs Dorf/Stadtteil und gehen von Haustür zu Haustür und bitten singend um Eier.
Heutzutage bekommen sie Eier, aber an der ein oder anderen Haustür auch einen Schabau (Schnaps) zur Stärkung.
Die Männer blasen die gesammelten Eier dann aus, basteln die Eierkränze und die sieht man hier in den Dörfern und Stadtteilen dann im Zentrum ab Pfingsten hängen.
Das 1. Foto ist der Eierkranz aus Bonn-Hoholz in 2009.


Der 2. Eierkranz den ich dieses Jahr klasse finde, hab ich nochmal groß kopiert. Das ist der Eierkranz aus Bonn-Niederholtorf in 2009. Leider hing der schönste Kranz den es meiner Meinung nach in Bockeroth gab nicht mehr.
Nachts, wenn der Kranz dann fertig ist, dann wird er unter Tanz und Musik aufgehangen. Ein richtiges Dorffest findet dann statt.
Der Brauch selber ist schon viele 100erte von Jahren alt und die Peisjonge (Junggesellen) zogen früher von Haus zu Haus und wünschten ein frohes Pfingstfest. Weil es zu dieser Zeit noch keine reifen Früchte gab die man als Dank geben konnte, hat man als Dank die Eier verschenkt.
Heutzutage verschenkt man Eier oder gibt einen Obulus für die Vereinskasse oder es wird direkt gesagt von den Peisjonge, dass die für einen wohltätigen Zweck sammeln.
Nächstes Jahr mache ich mich mal rechtzeitig auf Fototour, damit ich die Kränze der Gegend mal alle anschauen kann.