Wetter in Washington State

Den letzten Winter habe ich in Bellevue, Seattle, WA verbracht.

Ich kam nur wenige Tage vor der Präsidentenwahl an und in diesen Tagen habe ich meine Kollegen und Freunde in einer unglaublichen Aufbruchstimmung erlebt. Der Nordwesten der USA ist wesentlich offener, toleranter, demokratischer, linker, ökologischer und auch reicher als das Durchschnittsamerika. WA wählt Obama, daran gab es keinen Zweifel, aber seit den letzten Wahlen in denen Bush es schaffte und bis heute keiner versteht wie, hat man das Vertrauen in die eigene Überzeugung etwas verloren.

Am Wahlabend waren dann alle auf den Straßen. Auch Dank eines sehr milden Winters, der noch keinerlei Schnee oder Minusgrade brachte. Alle waren in den Kneipen, Restaurants oder auf den großen Wahlpartys der Demokraten in Seattle und alle schauten gebannt, wenn die nächsten Auszählungen eines Staates kamen auch wenn man wie in Texas das Resultat schon wusste :-)

Als Obama dann als nächster Präsident der Vereinigten Staaten verkündet wurde, tanzten die Leute auf der Strasse. Es war ein bisschen wie Karneval bei uns in Köln. Alle stehen auf der Strasse, man tanzt und redet mit jedem, man umarmt jeden vor Glück und gratuliert jedem.

Das Unglaublichste für mich war aber, als dann gegen 3 oder 4 Uhr die Polizei durch die Stadt fuhr und alle Anwohner aufforderte den Müll aufzuräumen, da bald der erste Berufsverkehr durch die Straßen rollt und die Müllabfuhr es nicht schaffen wird. Die Leute gingen in ihre Häuser, holten Besen raus und um 4 Uhr morgens fegte ich mit mir bis dato unbekannten, aber glücklichen Menschen die Straßen in Seattle.

Die Bedeutung die dieser Sieg für viele Amerikaner und gerade auch eine klare Mehrheit hier im Nordwesten hatte, hat mich ergriffen.

Es war eine schöne Zeit und ich habe wieder Lust bekommen, einige Zeit ins Ausland zu gehen. Warum nicht mal in die USA? Da habe ich noch nicht gelebt. Abends schaue ich immer die Webcams auf WSDOT an und träume von den nächsten Ausflügen, die ich dann machen würde.