Autorenempfehlung: Jhumpa Lahiri

Es war Langeweile, als ich die Liste der Pulitzerpreisträger durchlas und beschloss, dass ich den Anteil weiblicher Autoren in meiner Leseliste erhöhen möchte und mir einige Bücher von weiblichen Preisträgerinnen bestellte (bei den Archivaren, die ich erst durch @wimbauer auf Twitter kennenlernte).

Darunter: Jhumpa Lahiri, eine Amerikanerin indischer Abstammung von bengalischen Eltern in London geboren.

Ihre Bücher handeln denn auch von dem, was sie selber ihr Leben lang (er-)lebte und was ihren Alltag ausmacht: die Auseinandersetzung mit 2 Kulturen (wobei ihre Eltern Wert darauf legen, dass sie Bengalen sind).

Der Versuch der Eltern in den Kindern das Traditionelle, die Heimat zu bewahren in der neuen Umgebung, die so fremd ist und ihnen alle Bildungschancen offen zu halten. Dementgegen steht der amerikanische Alltag den die Kinder in den Schulen und der Universität aufnehmen und der sie den traditionellen Ansichten der Eltern entfremdet.

Identität: wer bin ich?
Den geliebten Eltern will man nicht weh tun, ist aber den Werten der "neuen" Heimat bereits mehr verbunden und integriert sich.

Als erstes las ich: "Einmal im Leben: eine Liebesgeschichte" welches die Geschichte 2er Jugendlichen mit indisch-kulturellem Hintergrund ist, die sich in den USA kennenlernen, weil die Eltern befreundet sind, sich aus den Augen verlieren und alsm Studenten in Europa wiedertreffen. Man spürt die ständige Heimatlosigkeit der Figuren und ist hin und her gerissen als Leser mit den Ratschlägen, die zumindest ich im Kopf immer geben will.

Das zweite Buch war: "Melancholie der Ankunft" für welches es den Pulitzerpreis gab. 9 Kurzgeschichten unterschiedlichster Natur über Menschen die im Spannungsfeld zwischen indischer Tradition und amerikanischer Moderne leben und ihre ganz eigenen Wege finden damit umzugehen.

Wer ruhige Bücher mag, in denen man der Psyche von Menschen näherkommt und wer gerne etwas über andere Kulturen liest und schöne Sätze mag, dem empfehle ich die Autorin von ganzem Herzen.