Tana French: Grabesgrün

Der vorliegenden Krimi ist der Erstling der irischen Autorin und es tut gut einen Krimi zu lesen der von einer Autorin ist, deren Begabung das Erzählen zu sein scheint.

Der Krimi verwebt 2 große Kriminalfälle miteinander: a) ein ermordetes Kind auf einer Ausgrabungsstätte b) 3 vor Jahrzehnten verschwundene Kinder von denen eines wieder auftauchte und nun Kriminalinspektor ist und den erstgenannten Fall betreut.

Auf keinem Fall sollen den Krimi Menschen lesen, die:
  • mitraten wer der Mörder ist und die Lust verlieren, wenn es am Ende wirklich der ist, den sie von Anfang an im Verdacht hatten (in den Rezensionen liest man dann immer: es war so vorhersehbar)
  • nicht mit offenen Enden umgehen können. Menschen, die immer jedes Detail einer Geschichte kennen müssen. Menschen, die beleidigt sind, wenn sie nicht in jedes Detail eingeweiht werden. Menschen, die EIN Buch als abgeschlossenes Etwas betrachten und nicht verstehen, dass das Leben, die Geschichte eben manchmal aus mehr wie nur einem Buch besteht.
  • meinen, dass die Hauptfiguren in einem Buch immer nett und sympathisch sein müssen, damit das Buch "gut" ist
Ich kann mich auf Geschichten einlassen. Kann akzeptieren, wenn sie anders sind, als ich es mir wünsche und kann es auch akzeptieren, wenn mir jemand im Moment nicht alles erzählt.
Manchmal braucht es Geduld und Tana French schreibt weiter und ich bin mir sicher, dass wir in einer hoffentlich noch langen Reihe um die Figuren Cassie und Rob noch viele Abgründe und Hintergründe kennenlernen werden.