
Vor ca. 24h habe ich den Krimi "Im Namen des Schweins" beendet.
Aber es ist gar kein Krimi.
Gut, Am Anfang gibt es eine Frauenleiche von 110kg, die in einem Schlachthof fachgerecht gebrüht, enthaart, ausgeweidet und dann in Einzelteile zerlegt wurde. Am Ende wird auch jemand als Mörder festgenommen, jedoch erfährt der Leser nie die Gründe für den Mord oder welche Indizien zur Überführung führten.
Wäre es ein Krimi, wäre das doof. Aber es ist ja kein Krimi.
Pablo Tusset ist für mich ein leidenschaftlicher Erzähler.
Zwischen dem Mord und der Aufklärung, liegen viele hunderte Seiten leidenschaftlicher Erzählung, die sich um 2 Personen dreht:
Kommissar Pujol, der noch im Buch in Rente geht, läßt mich oft schmunzeln, wenn er z.B. Musikkassetten kaufen möchte und erlebt, dass es das Zeitalter der CDs bereits gibt und oft lese ich mit fast zärtlichem Blick weiter, wenn der Autor den Kommissar und seine Ehefrau beschreibt, deren zärtliche Beziehung und unendliche Liebe, ihren Alltag von Fleischbällchen in Mandelsauce über Autokauf zu Baden am Strand.
Die andere Hauptfigur ist der Ziehsohn des Kommissars, ebenfalls bei der Polizei, anhand dessen Person der Autor eine moderne Dr. Jekyll und Mr. Hide Geschichte erzählt, die wunderbar erzählt ist.
Ich stelle mir den Autor vor, wie er den gazen Tag in Cafes sitzt und Menschen beobachtet, da er so wunderbar erzählt. Er beschreibt Details und arbeitet heraus wie wichtig Belanglosigkeiten für einen Menschen und auch dessen Leben sein können, dass es mich schlichtweg begeistert.
Der erste Spanier dessen Buch ich zuende gelesen habe.
