"Der Club der singenden Metzger" von Louise Erdrich

So leise ist das Leben!

Die Autorin ist Tochter eines deutschen Metzgers und mütterlicherseits war der Großvater Häuptling der Chippewa in North Dakota. In allen ihren Romanen verabeitet sie Teile ihrer eigenen Familiengeschichte, so sagt sie und tatsächlich begegnen mir in ihren Büchern Deutsche und Indianer und Metzger in Alltagssituationen, aber eben weit weg von den Karl May Indianergeschichten, die natürlich auch mich geprägt haben und die von Louise Erdrich scharf kritisiert werden.

"Der Club der singenden Metzger" ist mein Lieblingsbuch.

Es erzählt die Geschichte des deutschen Metzgers Waldvogel, der in den 20ern aufgrund von Armut auswandert mit einem Koffer voll Würsten und den Messern des Vaters.
In North Dakota siedelt er sich an, baut eine gut gehende Metzgerei auf, hat eine Familie, erleidet Schicksalsschläge, hat Söhne die im 2. Weltkrieg gegen Deutschland in den Krieg geschickt werden, heiratet ein 2. Mal und bleibt seinem Gesangsverein treu, der ihm ein Stück Heimat vermittelt.

Dieses Buch ist eine Beschreibung von Wünschen, Sehnsüchten und dem Alltag von Einwanderern in den USA.

Dem ein oder anderen werden detaillierte Beschreibungen von Alltagstätigkeiten wie Putzen auf die Nerven gehen, aber verbunden mit den Emotionen der Menschen die man in dem Buch sehr intensiv kennenlernen darf, hat mich das Buch sehr berührt.

Ich gebe zu, dass ich vor 20 Jahren so Bücher noch nicht gelesen hätte. Aber heute liebe ich sie!