"Das Essen hat 20 Minuten gebraucht. Da gehen wir nicht mehr hin."

Den Feiertag heute nutze ich, nicht etwa um einen schlauen Beitrag zur Deutschen Einheit zu liefern, sondern meinem Ärger über Restaurantbesucher Luft zu machen.

Ich suche gerade nach den Öffnungszeiten meines Lieblingsitalieners (Da Sebastiano in Hangelar) und stoße auf eine Restaurantkritik die anfängt mit "Das Essen hat 30 Minuten gedauert".

Das ist der Moment in dem die Magensäureproduktion bei mir freigesetzt wird, meine Fäuste sich ballen und in meinem Kopf Schimpfwörter ohne Punkt und Komma gebildet werden.

Ich esse gerne. Oder besser: ich genieße gerne.
Wenn ich essen gehe mit Freunden, dann freue ich mich auf einen Abend mit gutem Essen, das meine Sinne anregt, freue mich auf schöne Gespräche, die mal lustig sind, mal emotional, freue mich über eine schöne Umgebung/Ausstattung, die mich verweilen läßt.
Zeit ist doch auch wesentlich für einen solchen Abend. Gemütlich beieinander sein. Zeit intensiv miteinander verbringen. Es gibt doch nichts Schöneres.

Und dann sind da diese Gäste am Nebentisch, die nach der Bestellung auch schon anfangen mit "Na, wie lange das wohl dauern wird?" und dann alle 2 Minuten auf die Uhr schauen.
Können die nicht in die Dönerbude oder zu McDonalds gehen? Dort sind die Zielgruppe Menschen, die nicht lange verweilen wollen und die schnell Essen möchten.

In einem Restaurant möchte ich verweilen. Lange. Genießen. Einen schönen Abend mit Freunden haben.
Zudem: wer selber kocht weiss auch, dass eine Hauptspeise nicht mal eben in 20 Minuten gekocht ist. Wenn Restaurants so schnell servieren, dann geh ich schon nicht hin, weil ich weiss, dass das Essen aus Fertigprodukten besteht. Im Restaurant aber möchte ich das Handwerk von Menschen, die Kochen lange gelernt haben genießen.

Lese ich also eine Kritik in der negativ bewertet wird, dass das Essen lange gedauert hat, dann könnte es ein Restaurant für mich sein.